Mut zur Veränderung


unsere Pressemitteilung vom 26.06.22

Die Bürgerinitiative „Rückenwind für Rottenburg“ kritisiert die einseitige Berichterstattung nach der Informationsveranstaltung des Energiedialogs und appelliert, angesichts der Klimakrise einen umfassenden Blick auf die Thematik zu werfen sowie gemeinsam und aktiv die Zukunft zu gestalten.

„Die Berichterstattung über den Bürgerdialog entspricht nicht meiner Wahrnehmung.“, erklärt Sabine Häuser von der Initiative Rückenwind. „Während einige Teilnehmer selbst nach den sehr schlüssigen Ausführungen der Stadt zur Standortwahl hierzu immer wieder nachhakten, gibt es auch viele Bürger, welche die Notwendigkeit zur Errichtung des Windparks für sinnvoll halten und daher keine Fragen hatten. In der Presse ist vor allem von den Gegnern die Rede, dabei befürwortet in meiner Wahrnehmung die Mehrheit der Bürger die Pläne.“

Ulrich Bittner kritisiert zudem, dass eine zentrale Frage an dem Abend völlig ausgeklammert worden sei. „Was passiert denn, wenn die Stadt keine Flächen für den Windpark verpachtet?“, so Bittner, „Die Stromkosten werden weiter dramatisch steigen, da zu wenige kostengünstige Erzeugungsanlagen hinzugebaut werden. Mehr noch: Nach den Aussagen von Hr. Pfeifer sind wir sicher, dass Windräder an diesem Standort gebaut werden. Wenn sie nicht auf den kommunalen Flächen entstehen, über deren Verpachtung die Ortschaftsräte entscheiden, dann werden höchstwahrscheinlich Windkrafträder auf privatem Grund entstehen. Wollen wir das wirklich? Der Stadt werden dann die Pachteinnahmen entgehen. Zudem werden in diesem Fall sicherlich die gesetzlichen Mindestabstände ausgereizt, sodass die Windkrafträder näher an den Wohngebieten realisiert werden, als es aktuell geplant ist.“

Auch betont Bittner die Folgen einer Ablehnung vom Windkraftausbau für die gesamte Region: „Wenn es nach dem Abschalten von Atom und Kohle bei uns zu wenig Strom im Winter gibt – die Nord-Süd-Stromtrassen werden ebenfalls vielfach von den betroffenem Anwohnern abgelehnt – müssen industrielle Großverbraucher vom Netz. Dann wird die Industrie Neuinvestitionen eher in Norddeutschland tätigen, wo Strom günstig und zuverlässig zur Verfügung steht. Dieses Abwandern der Industrie hätte massive Auswirkungen für unsere gesamte Region.“

„Und was wären denn die Alternativen zum Ausbau der erneuerbaren Energien?“, wirft Florian Lany ein. „Kohleverstromung kann keine Lösung sein, diese befeuert die Klimakatastrophe“, so Lany. „Laut dem Weltklimabericht leben bis zu 3,6 Milliarden Menschen unter Umständen, die durch den Klimawandel hochgradig gefährdet werden. Dies wird zu nie dagewesenen Fluchtbewegungen führen. Außerdem werden durch den Klimawandel Extremwetterereignisse, wie die Flut im Ahrtal, häufiger und stärker auftreten. Wir sprechen hier von völlig anderen Ausmaßen, als den von den Gegnern befürchteten Gesundheitsfolgen von Windkraftanlagen.“

Auch die Atomkraft hält Lany für keine gute Alternative: „Dagegen sprechen die gegenüber Windkraft vielfach höheren Erzeugungskosten und die ungelöste Entsorgungsfrage. Auch haben wir für Atomstrom gar nicht die Zeit: Es müsste einen massiven Zubau an Kraftwerken geben, dies wäre frühestens in 20-30 Jahren realisierbar.“ In diesem Zusammenhang appelliert Sabine Häuser, schnell gemeinsame Lösungen zu finden: „Wir leben im letzten Jahrzehnt, in dem wir entscheidende Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreifen und unseren Planeten für unsere Kinder und Enkel lebenswert erhalten können“, so Häuser. „Es mag mutig sein, sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung zu wehren. Noch mehr Mut bedarf es, sich populistischen Aussagen mit Fakten und Argumenten entgegenzustellen. Lasst uns den Mut haben, Veränderungen zuzulassen und die Zukunft aktiv und gemeinsam zu gestalten.“


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